Crowdfunding – die neuen geschlossenen Fonds

Aus Buenos Aires beschreibt Autor Peter Burghardt in der Süddeutschen wie die Zukunft in der Kolumbianischen Großstadt Bogotá finanziert wird. Dort wird das derzeit größte Hochhaus Kolumbiens gebaut und durch Kleininvestoren finanziert. Rund 3.000 dieser Kleininvestoren haben die Summe von 170 Mio. (!) US-Dollar zusammengetragen um das Projekt zu finanzieren und damit das Konzept des Crowdfunding in eine völlig neue Dimension zu heben.

Crowdfunding. In Deutschland tritt zum 30. Juni eine geänderte Gesetzgebung in Kraft, die vermeiden soll, dass geschlossene Fonds, die zum Beispiel in bestimmte Immobilienprojekte investieren von Kleinanlegern gekauft werden. Dazu ist unter anderem eine Mindestanlagesumme von 20.000 Euro je Investor vorgesehen. Eine Grenze, die das Projekt in Bogotá locker übersprungen hat, rein rechnerisch ergibt sich für den durchschnittlichen Investor eine Anlagesumme von über 50.000 USD, was – ohne dass ich die näheren Umstände kenne – wahrscheinlich auch in Kolumbien nicht ganz dem Kleinanleger Status entspricht.

Alles schön und gut, aber was will uns der Autor sagen? Nun, das Konzept der geschlossenen Fonds ist in Deutschland derzeit nicht unbedingt hoch angesehen. Dazu haben spektakuläre Betrugsfälle wie der der Frankfurt S&K Fonds und solide aber schlecht laufende Immobilienfonds von z.B. der Fundus Gruppe (z.B. Hotel Heiligendamm) beigetragen. Der Gesetzgeber leistet seinen Beitrag und schickt die Branche zusätzlich ins Abseits, obwohl das Konzept der gemeinsamen privaten Finanzierung von Großprojekten ganz offensichtlich weltweit praktiziert und sogar positiv beurteilt wird.

Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, dass die Anbieter geschlossener Beteiligungen sich von dem guten alten Konzept der Sachwerte lösen, den altmodischen Zwei-Reiher samt Budapester im Schrank verstauen und sich als Crowdfunding Experten zurück in die Zukunft wagen, manchmal muss altes – das gut ist, eben neu verpackt werden um aus dem Abseits zurück zu gelangen.