Mehr Selbst-Kontrolle im Vertrieb geschlossener Fonds

Nach einem wirklich unerquicklichen Geschäftsverlauf im Jahr 2008, schafft der VGF Verband Geschlossene Fonds sich jetzt eine geänderte Ausgangslage für die Entwicklung zukünftiger Geschäfte. Waren Emissionshäuser wie auch Vertriebe des Anlagebereichs geschlossene Fonds bislang nur sich selbst und ihren Anlegern verpflichtet, so sollen in Zukunft Branchenstandards etabliert werden, die mehr Transparenz und Vertrauen für die Mitglieder der Branche schaffen sollen.

Kernpunkte der beschlossenen Standards stellen eine Eintragungspflicht für Vertriebe und ein Nachweis der Befähigung der Vertriebsleistung bzw. deren Kompetenz nach. Konnte bislang eine beliebige Geschäftsidee zu einem geschlossenen Fonds Konzept gewandelt und an den unbedarften Investor vermittelt werden, so sollen Vertriebe zukünftig analog den Versicherungs- und Investmentfonds-Vermittlern eine dem § 34c Gewerbeordnung (GewO) gleichgestellt Erlaubnis nach Paragraf 34d GewO zuzurechnende Erlaubnis haben und darüber hinaus einer Eintragungspflicht unterliegen.

Mindest-Eigenkapitalausstattung vorgesehen

Mit diesen grundsätzlichen Regeln sollen schwarze Schafe in der Branche identifiziert werden und gleichzeitig Anlegern eine bessere Beratung Konzept tragende Geschäftsmodelle offeriert werden. Ebenfalls im VGF Vorschlag enthalten sein wird eine Regelung des minimalen Eigenkapitals des Unternehmens, welches auf 300.000 Euro festgesetzt werden soll und der Nachweis von fachlicher Qualifikation, die zur Führung eines solchen Unternehmens befähigt. Welche das sind und wie diese zu erwerben sind für den Fall, dass Vertriebe über keine dieser Verpflichtung hinreichende Qualifikation verfügen ist allerdings nicht näher geregelt.

Tatsache ist, es muss sich am zersplitterten Markt der geschlossenen Fonds Anbieter deutlich mehr Professionalität einstellen, will man das verlorene Kundenvertrauen zurückgewinnen. Nach dem quasi Zusammenbruch der Schiffs-Charterraten und dem folgenden drastischen Einbruch der Schiffsbeteiligungsnachfrage suchen Emissionshäuser händeringend nach neuen Beteiligungsmodellen, die zukunftssicher sind und Anleger begeistern helfen. Mit der beschlossenen Selbstverpflichtung gibt sich die Branche zumindest den notwendigen Ruck die Rahmenbedingungen für eine bessere Zukunft zu schaffen. Ob Anleger das honorieren, wird die Zukunft zeigen.