Geschlossene Fonds Vergleich – geht das überhaupt ?

Im Gegensatz zur relativ einfachen Beschreibungsmöglichkeit von festverzinslichen Wertpapieren gibt es für den geschlossene Fonds Vergleich nicht einfach eine einzige Zahl, die über die Vorteilhaftigkeit oder die tatsächliche Rendite dieser Geldanlage informiert. Dies liegt aber nicht an einem Fehler in der Systematik, sondern daran, dass geschlossene Fonds eine langfristige Orientierung haben und sie sich ganz grundlegend voneinander unterscheiden. Die wesentlichen Unterschiede, die den geschlossene Fonds Vergleich erschweren, finden Sie in den nächsten beiden Abschnitten.

Ein unternehmerisches Engagement mit Risiko und Chancen

Viele der geschlossenen Fonds investieren in sehr langfristige Anlagen und Unternehmenskonzepte. Die Inbetriebnahme eines Geothermiekraftwerkes oder auch eines Solarkraftwerkes erfordert eine langjährige Planung, Vorbereitung und die Installation der eigentlichen und zur Energieerzeugung geeigneten Anlage. Dieser Anfangsinvestition folgen dann nach der Inbetriebnahme vergleichsweise kleine Ausgaben. Das Erneuerbare Energien Gesetz sieht beispielsweise für Solarkraftwerke eine Garantie der Verkaufspreise, der sog. Einspeisevergütung für einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren vor. Da es ebenso eine Abnahmeverpflichtung der großen Stromversorger gibt, besteht für diesen geschlossenen Fonds im Bereich der erneuerbaren Energien ein vergleichsweise geringes unternehmerisches Risiko. Zum Vergleich der Preisgünstigkeit oder der Renditeaussichten dient bei diesen Projekten dann kein Aktien- oder Zinsindex, sondern beispielsweise eine Investitionssumme pro installierter Stromleistung. Ähnliches gilt für Geothermiekraftwerke oder ähnliche Produktionsanlagen – der geschlossene Fonds Vergleich sollte dies berücksichtigen.

Geschlossene Fonds – nur innerhalb gleicher Investitionsarten vergleichen

Ein davon unterschiedlicher Zahlungsverlauf ist bei anderen geschlossenen Fonds zu beobachten. Wer beispielsweise bei einem bereits produzierenden Unternehmen einsteigt, der kann wesentlich frühere Ausschüttungen erhalten. Diese sind allerdings vom Konjunkturverlauf, der Entwicklung des jeweiligen Unternehmens und vielen weiteren Faktoren abhängig. Es ergibt sich hier also ein Bild prozentual geringerer Auszahlungen im ersten Jahr und dann ein nicht ganz so gleichmäßiger Verlauf der Auszahlungen bzw. Gewinnausschüttungen in den darauf folgenden Monaten. Ein Immobilienfonds mit einer relativ stabilen Mieterstruktur, aber schwankender Einnahmen aufgrund Neuvermietungen und Veränderungen der erzielbaren Mieten liegt in der Mitte zwischen den beiden beschriebenen Beispielen.

Verschiedene Kennzahlen statt eines einzigen Index nutzen

Der geschlossene Fonds Vergleich beruht dann auf mehreren, verschiedenen Kennzahlen. Zuerst einmal ist die Gesamthöhe der zu erwartenden Ausschüttungen entscheidend. Je mehr Auszahlungen während der Laufzeit stattfinden, desto sicherer und ertragreicher ist das Projekt. Erzielt beispielsweise ein Schiffsfonds bis zum geplanten Weiterverkauf bzw. der Verwertung des Schiffes wesentlich mehr Einnahmen, als der Objektwert, dann ist die Frage des Restwertes unbedeutend. Dieser würde dann als Zusatzertrag für eine ohnehin schon positive Investitionsentscheidung dienen. Die durchschnittlich zu erwartenden Auszahlungen und deren Zeitpunkt ergeben dann einen Wert, der ähnlich dem Zins bzw. der Rendite eines Festverzinslichen ist. Allerdings mit dem Unterschied, dass diese Zahlen weder in der Höhe noch dem tatsächlichen Zahlungszeitpunkt ganz exakt feststehen. Dieser bedeutende Unterschied, der Schwierigkeiten für den geschlossene Fonds Vergleich hervorruft, sollte jedem bewusst sein.