Infrastrukturfonds als neue Anlageklasse

Auch wenn es für unsereins vielfach so selbstverständlich ist, dass wir kaum einen Gedanken daran verschwenden: Eine gut funktionierende Infrastruktur ist einer, wenn nicht sogar der wesentliche Aspekt für die erfolgreiche Entwicklung eines Wirtschaftsraums. Nur wenn ausreichend Energie, Transportwege und sanitäre Grundversorgung gegeben ist, werden sich Menschen wie auch Unternehmen in einer Region ansiedeln. Mehr Lebensqualität und geht einher mit Erreichbarkeit und Flexibilität, was somit dazu beiträgt die Wirtschaftsleistung zu steigern.

Vor diesem Hintergrund haben Investitionen in Infrastruktur in den letzten Jahren deutlich an Relevanz gewonnen. Nicht nur der Bau undAusbau von Flughäfen und Autobahnen, auch die Entwicklung von Versorgungswegen erleben einen Boom wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Staat nicht länger Infrastruktur Monopolist

Nicht nur hierzulande war die Investition in Infrastruktur bis vor einiger Zeit vorwiegend Aufgabe des Staates. Immer häufiger jedoch können oder wollen sich auch Industriestaaten die Finanzierung und Unterhaltung solcher Großprojekte nicht mehr leisten. In der Folge werden Unternehmen gesucht, die mit der Entwicklung und Umsetzung solcher Projekte betraut werden. Diese Unternehmen bauen in der Folge die neuen Autobahnen, investieren in die Versorgungsnetze oder entwickeln die Wasserwirtschaft in kompletten Regionen.

Die Erträge dieser Unternehmen stammen dann im Gegenzug aus den staatlichen Mitteln und einer privatwirtschaftlichen Ertragskomponente wie Nutzungsgebühren wie z.B. Mautgebühren.

Schwellenländer benötigen dringend erweiterte Infrastrukturen

Während Infrastruktur in der westlichen Welt fast immer mit Instandhaltung und Weiterentwicklung in Verbindung steht, werden in den Schwellenländern viele Infrastrukturen erstmals geschaffen. Der Bedarf die Wirtschaft mit passenden Transportwegen (z.B. Straßen, Häfen, Flughäfen) zu versorgen ist enorm, der Aufbau einer geeigneten Infrastruktur dringend notwendig.

Projektfinanzierung durch Infrastrukturfonds

Diese meist sehr kapitalintensiven Projekte wurden früher ausschließlich von staatlichen Stellen wie auch institutionellen Anlegern finanziert, was sich mit der Einführung von geschlossenen Infrastrukturfonds mittlerweile langsam ändert. Innerhalb eines solchen Infrastrukturfonds werden Anlegergelder gebündelt und für Infrastrukturinvestitionen eingesetzt, wodurch bereits mit vergleichsweise kleinen Summen von ab 5.000 Euro in ein solches Projekt bzw. einen solchen Fonds investiert werden kann.

Wie bei geschlossenen Beteiligungen üblich werden einzelne Projekte oder Länder für die Investitionen ausgesucht, deshalb ist vor der Anlage ein Blick in den Verkaufsprospekt absolut ratsam. Nur anhand der dort veröffentlichten Daten und Fakten ist das Risiko des jeweiligen Infrastrukturfonds einzuschätzen.