Stimmt das noch – geschlossene Fonds, ein Steuersparmodell?

Nein. Es stimmt nicht mehr, aber: In der wirtschaftlichen und finanziellen Praxis wurde von dem Modell des geschlossenen Fonds überwiegend als so genanntes Steuersparmodell oder – weitaus technischer – Abschreibungsgesellschaft gesprochen. Insbesondere trat der wirtschaftliche Erfolg des Fonds hinter der Möglichkeit der Steuerersparnis zurück. Seinen Ursprung hatte die Praxis in dem so genannten Transparenzprinzip, das die Grundlage der Besteuerung von Personengesellschaften darstellt. Danach werden dem Mitunternehmer einer Personengesellschaft sowohl Gewinne als auch Verluste des Betriebs der Gesellschaft unmittelbar zugerechnet.

Es war einmal: Verluste als Argument zur Geldanlage

Diesen Umstand nutzen geschlossene Fonds aus. Zunächst werden sie in der Rechtsform einer Personengesellschaft gegründet, aufgrund der beschränkten Haftung meist als Kommanditgesellschaft. Durch die Anschaffungs- oder Renovierungskosten hochwertiger Wirtschaftsgüter – wie etwa Schiffe, Krankenhäuser oder andere Immobilien – erleidet die Gesellschaft anschließend einen hohen Verlust, der durch das Ausnutzen diverser Sonderabschreibungsmöglichkeiten zusätzlich steuerlich erhöht wird. Dieser Verlust wird dem Mitunternehmer des Fonds steuerlich zugerechnet (Transparenzprinzip). Dieser kann anschließend den Verlust aus seiner Beteiligung mit seinen anderen Einkünften – zum Beispiel aus nicht selbstständiger Arbeit – verrechnen. Dies hatte etwa zur Folge, dass er – wenn überhaupt – nur eine sehr geringe Einkommensteuerzahlung zu leisten hat, was etwa hohe Steuerrückzahlungen zur Folge hatte.

Einführung des § 15b EStG war das Ende des Steuersparmodells

Diese Praxis kann faktisch nicht mehr fortgeführt werden. Nach der Einführung des neuen § 15b EStG wird zum einen der Verlustanteil des Kommandisten auf die Höhe seiner Einlage beschränkt. Darüber hinaus kann er Verluste nur mit Einkünften aus derselben Quelle – also dem Fonds – verrechnen. Des Weiteren wurde der § 15b neu aufgelegt, der einen Verlustausgleich im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen – also geschlossenen Fonds, die wie oben dargestellt verfahren – gänzlich ausschließt.
Der positive Einfluss auf die Steuerlast ist zwar noch gegeben – da mit den Einkünften aus derselben Quelle verrechnet werden kann – aber drastisch reduziert, sodass nicht mehr von einem Steuersparmodell gesprochen werden kann.