Was bezeichnet man als geschlossenen Fonds?

Ein geschlossener Fonds ist ein Anlagemodell für Investoren, die überdurchschnittliche Renditen nach Steuern erzielen möchten. Mit dem Anlagekapital werden große Anlagen oder Güter erworben, beispielsweise Containerschiffe, Bürogebäude und Bürokomplexe oder regenerative Energieanlagen für die Nutzung von Wind- oder Sonnenenergie. Die Teilnahme an oder genauer gesagt der Beitritt zu einem geschlossenen Fonds ist anders als bei offenen Fonds erst ab einer Mindestanlagesumme von etwa 5.000 Euro möglich. Geldanleger, die einen solchen geschlossenen Fonds erworben haben, müssen diesen in der Regel auch für die volle Laufzeit behalten, da es (noch) keine wirklich funktionierende Börsenkurs-Feststellung in diesem Anlagegebiet gibt, der Verkauf eines geschlossenen Fonds Anteils entsprechend problematisch ist. Damit bindet sich der Anleger für einen längeren Zeitraum an diesen Fonds. Nachdem alle Anteile eines geschlossenen Fonds an Investoren verkauft wurden, wird der Fonds geschlossen.

Kein Steuersparmodell mehr – dennoch renditestark

Während noch vor einigen Jahren die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten gesetzgeberisch möglich waren und damit im Vordergrund einer Investition in einen geschlossen Fonds standen, ist die Rendite-Erzielung heute der Hauptgrund für Anleger, in einen geschlossene Fonds zu investieren. Die Rendite selbst erwirtschaftet sich jedoch wiederum meist durch steuerliche Besonderheiten der jeweiligen Investitionsobjekte. Bei einem Schiffsfonds werden durch die Tonnagesteuer Einkommensvorteile erzielt. Bei einem Immobilienobjekt können Gewinne beispielsweise durch besondere Abschreibungsregeln für bestimmte Immobilienarten erzielt werden. Als weitere Variante können geschlossene Fonds auch von besonderen Regelungen bei Auslandsinvestitionen profitieren.

Geschlossene Fonds kaufen – aber nur nach Lektüre des Verkaufsprospekts

Wer einen solchen geschlossenen Fonds kaufen möchte, erhält seine wichtigsten Informationen aus dem zugehörigen Verkaufsprospekt. Hier müssen alle Angaben, zu Rendite, Risiko aber auch Kosten und den daraus resultierenden Verpflichtungen der Gesellschaft aufgeführt und verständlich dargestellt werden. Wie bei den meisten wachstumsstarken Anlagen bergen geschlossene Fonds neben Gewinnmöglichkeiten auch das Risiko eines Verlusts – bis hin zum Totalverlust. Dies kann in seltenen Fällen eine „Nachschusspflicht“ des Geldanlegers nach sich ziehen – auch hier gilt: Sind solche Risiken für den Anleger bei der Anlageentscheidung zu berücksichtigen, muss diese Information im Verkaufsprospekt enthalten sein.