Wie investieren Patentfonds?

Patentfonds sind eine relative junge Anlageform und stehen erst seit wenigen Jahren für private Geldanleger zur Auswahl. Anders als die meisten anderen geschlossenen Fonds, investieren Patentfonds nicht in tatsächlich vorhandene Objekte wie z.B. Immobilien, Schiffe oder Leasinggüter, sondern erwerben Patente und die Rechte an deren Vermarktung.

Patente – das intellektuelle Kapital

Das Investment erfolgt hier also nicht in greifbare sondern in immaterielle Güter, sondern in ein eher intellektuelles Kapital. Dadurch ergibt sich durch diese neue Anlageklasse (auch Asset-Klasse genannt) eine völlig neue Möglichkeit der Investition und finanziellen Partizipation, die wie es bei geschlossenen Fonds üblich ist, sowohl Vorteile als auch Risiken mit sich bringt.

In erster Linie sind Patente ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft und der Forschung, denn nur durch Neuentwicklungen sind weitere Fortschritte möglich. Manche Neuentwicklungen, die anschließend patentiert wurden, konnten in den darauf folgenden Jahren hohe Erträge erwirtschaften. Da Patentinhaber oftmals keinen oder nur sehr eingeschränkten Zugang zu potentiellen Produzenten, Vermarktern oder Käufern haben, übernimmt die Fondsgesellschaft bzw. der Initiator diesen Teil des Geschäfts.

Patentfonds, richtige Patentauswahl ist die große Herausforderung

Problematisch ist auch für die „Macher“ des Patentfonds die Auswahl geeigneter Patente. Schließlich sollen am Besten nur Investments in Patente mit hohen Ertragschancen vorgenommen werden. Deshalb arbeiten viele Patentfonds mit Branchenspezialisten und Wissenschaftlern zusammen, die z.B. technische Neuentwicklungen sowie deren Chance auf Vermarktung vor einer Investition prüfen und einschätzen. Verläuft die Prüfung erfolgreich, werden in der Folge die notwendigen Patente erworben und anschließend professionell am für die Nutzung weiter vergeben oder eben am Markt angeboten.

Die Risiken der Anleger liegen vornehmlich in der Auswahl der Patente durch das Fondsmanagement. Können diese nicht wie prognostiziert verkauft werden, sinkt oder entfällt die Ausschüttung für Anleger. Anders als geschlossene Immobilien- oder Schiffsfonds, die nur in ein einziges Projekt investieren, erwirbt und vermarktet der Patentfonds zahlreiche verschiedene Patente, wodurch eine Risikostreuung erreicht werden kann, die den finanziellen Erfolg einer solchen geschlossenen Beteiligung unabhängiger vom Gelingen des Einzelprojekt machen. Anders als bei anderen geschlossene Fonds Anlageklassen, sind die Anlagezeiträume weniger langfristig angelegt. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Patentfonds bereits nach 5-10 Jahren rückgeführt werden.