Wie viel Geld sollte in einem geschlossenen Fonds angelegt werden?

Bereits vorweg lässt sich eine ausweichende Antwort auf die Frage nach der Höhe der in geschlossene Fonds investierten Summe geben: Das kann man so pauschal nicht sagen, es hängt ganz einfach von zu vielen Faktoren ab, als das pauschale Antworten, richtige Antworten sein könnten.

Geschlossene Fonds oder geschlossene Beteiligungen, wie diese Fonds auch oft genannt werden, investieren in sehr unterschiedliche Bereiche. So gibt es z.B. Immobilienfonds, die eine Büroimmobilie erwerben, oder z.B. auch Schiffsfonds die den Bau eines oder auch mehrerer Schiffe finanzieren, um es diese zu verchartern. In allen Fällen wird eine größere Summe Kapital zur Finanzierung des Projekts benötigt, als dies von einem Investor in der Regel zu bekommen wäre.

Geschlossene Fonds Anleger werden Unternehmer

Privatanleger, die sich für ein solches Investment entscheiden, die der Gesellschaft also Kapital zur Verfügung zu stellen, werden zu Teilhabern des Unternehmens – sie sind also Unternehmer und als solche direkt am Fonds beteiligt. Beteiligen kann sich an einem solchen Fonds jeder, der die geforderte Mindestanlage zur Verfügung stellen kann und während der Zeichnungsphase, in der das Kapital eingesammelt wird eine Beitritterklärung an den Initiator übermittelt. Die Fondsgesellschaft (der Initiator) nutzt die Zeit der Zeichnungsphase, um für den Fonds zu werben und die Gelder der Anleger einzusammeln. Ist das benötigte Kapital erreicht, wird der Fonds geschlossen.

Mindestanlagesummen meist ab 5.000 Euro

Durch die sehr unterschiedliche Ausgestaltung der geschlossenen Fonds sind die Mindestanlagesummen sehr verschieden. Diese Summe richte sich in erster Linie nach dem vom Fonds zu finanzierenden Vorhaben, aber auch nach der benötigten Gesamtkapitalsumme. Fonds beispielsweise, die z.B. in Containerschiffe investieren und zur Finanzierung dieses Vorhabens meist einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag benötigen, fordern eine Mindestanlagesumme von bis zu 25.000 Euro um die Menge der Anteilseigner in einem überschaubaren Rahmen zu halten. Kleinere Fonds, die beispielsweise zur Finanzierung von Photovoltaik Anlagen aufgelegt werden, benötigen weniger Gesamtkapital und ermöglichen den Einstieg schon ab Summen von 5.000 Euro.

Trotz der teils geringeren Mindestanlagesummen sollten Anleger, die in geschlossene Fonds investieren, mindestens 10.000 Euro hierfür aufwenden und darauf achten, dass die nicht die einzige Geldanlage ist, die getätigt wird. Geschlossene Fonds sind keine Geldanlage, die als so genanntes „Basisinvestment“ für z.B. die Altersvorsorge sinnvoll sind, da sie weder staatlich gefördert noch kurzfristig verkäuflich sind. Im Allgemeinen werden geschlossene Fonds deshalb als alternatives Investment genutzt um die Vermögensanlage von Anlegern unabhängiger gegen Börsenschwankungen zu machen, da die Wertentwicklung einer geschlossenen Beteiligung kaum von der Entwicklung von Börsenindizes beeinflusst wird.