Der geschlossene Fonds Zweitmarkt

Es gibt einen geschlossene Fonds Zweitmarkt, der es erlaubt, Anteile an geschlossenen Fonds (die börslich nicht gehandelt werden) zu erwerben und zu veräußern. Das bringt für Käufer und Verkäufer Vorteile, da hier auf Basis einer Beteiligungsbewertung ein fairer, d.h. am Marktpreis ausgerichteter, Preis für die Anteile gefunden wird.

Funktionsweise geschlossener Fonds

Geschlossene Fonds sind von ihrer Anlage her so konzipiert, dass ein Investitionsobjekt – Immobilie, Infrastrukturobjekt, Schiff (Schiffsbeteiligung), Flugzeug (Flugzeugfonds), Unternehmen – finanziert wird, indem die Fondsanteile dafür verwendet werden. Es ist also grundsätzlich eine Startinvestition nötig, für die der Fonds aufgelegt wird, das Investitionsobjekt erwirtschaftet aber im weiteren Verlauf Rendite und steigt günstigenfalls im Wert. Daher kann an die Investoren ein Erlös aus den laufenden Unternehmensgewinnen gezahlt werden, zudem können sie nach Laufzeitende des Fonds ihre Fondsanteile inklusive Wertsteigerung verkaufen. Dieses grundlegende Konzept dient der nachhaltigen Finanzanlage, auch der Altersvorsorge. Bisweilen möchte ein Anleger jedoch seine Anteile schon vor Laufzeitende des Fonds veräußern, hierfür benötigt er den geschlossene Fonds Zweitmarkt. Umgekehrt möchten Investoren von einem geschlossenen Fonds Anteile erwerben, weil sich dieser schon sehr gut entwickelt hat. Beide Seiten profitieren davon.

Vorteile am geschlossene Fonds Zweitmarkt

Der Vorteil für den Verkäufer liegt in der Liquidität, die er unmittelbar erhält. Möglicherweise lauteten seine Planungen ursprünglich anders, jetzt wird das Geld aus verschiedenen privaten Gründen benötigt oder soll in andere interessante Anlagen investiert werden. Der Vorteil für den Käufer ist ebenso hoch, wenn auch aus anderen Gründen. Wenn Anteile am geschlossene Fonds Zweitmarkt erworben werden, dann in der Regel, wenn das Projekt schon eine Laufzeit hinter sich hat, über die Performance-Kennzahlen vorliegen. Gerade bei Investitionen in neue Technologien und Unternehmen ist das sehr interessant, denn zu Beginn der Laufzeit war die Performance nicht absehbar. Nun besteht der Wunsch, in dieses lohnende Projekt zu investieren. Anteile können dann nur am geschlossene Fonds Zweitmarkt erworben werden. Selbst in Fonds, die underperformen, könnte investiert werden, weil der Käufer an eine bessere Zukunft glaubt. Mit dieser Strategie haben einige Investoren ein Vermögen gemacht.

Entwicklung des Zweitmarktes für geschlossene Fonds

Der geschlossene Fonds Zweitmarkt ist in Deutschland noch relativ jung, jedenfalls in der gegenwärtigen Struktur. Das hängt mit Gesetzesänderungen zusammen. Bis zum Jahr 2005 konnten Anleger ihre Investition in einen geschlossenen Fonds steuerlich komplett gegen alle sonstigen Einkünfte absetzen, wodurch unglaubliche Steuersparmodelle entstanden. Die Anleger trennten sich daher von ihren Anteilen auch eher selten. Taten sie es doch, dann schalteten sie eine private Zeitungsanzeige. Seit dem Jahr 2006 ist diese Abschreibungsmöglichkeit nicht mehr gegeben, die Investition wird lediglich steuerlich gegen Dividendengewinne und den Anteilsverkauf geltend gemacht. Ein Handel mit den Anteilen wird daher eher vorgenommen, er kann sogar steuerlich für den Verkäufer interessant sein (wenn sonstige Einkünfte im entsprechenden Jahr gering sind). Daher hat sich seit etwa 2006/2007 der geschlossene Fonds Zweitmarkt professionell etabliert, hier werden auch faire Bewertungen der Fondsanteile vorgenommen. Das schafft für Verkäufer und Käufer die nötige Sicherheit.